Neues DiFMOE-Projekt "Sammlung Temeswar" (Gegenstand, Inhalte, Arbeitspakete)

Zum historischen Kontext

 

Temeswar (rumänisch Timişoara, ungarisch Temesvár, serbisch Temišvar) ist nach Bukarest und Cluj-Napoca die drittgrößte Stadt Rumäniens. Sie ist Hauptstadt des rumänischen Banats, wobei die historische Region "Banat" bis Ende des Ersten Weltkriegs auch dessen heute zu Serbien und Ungarn gehörenden Gebiete umfasste. In der Geschichte der Stadt kam es immer wieder zu einschneidenden Entwicklungen in der Zusammensetzung der ethnischen Bevölkerungsstruktur.

Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde der Ort in einer arabischen Quelle im Jahr 1154. 1177 lässt die Bezeichnung comitatus Tymesiensis eine Funktion als Verwaltungssitz vermuten, castrum Tymes verweist 1212 auf dessen Befestigung. 1266 ist Temeswar laut einer königlichen Schenkungsurkunde bereits Stadt. Unter Karl I. Robert von Anjou diente sie zwischen 1315 und 1323 als Königssitz, vorher ließ er sie zu einer Festung ausbauen. Als solche konnte sie sich 1394 zum ersten Mal gegen eine osmanische Belagerung bewähren und auch nach den wieder einsetzenden Feldzügen ab 1520 Richtung Wien stellte Temeswar einen militärischen Eckpfeiler in der Abwehr der Angriffe des Osmanischen Reiches dar, welcher erst 1552 – nach Belgrad (1521), Mohatsch (1526) und Ofen (1541) – fallen sollte. Für 164 Jahre kam die Stadt unter osmanische Herrschaft. Wie Ofen und Belgrad erhielt sie den Rang als Hauptstadt eines Paschaliks, also einer osmanischen Provinz mit Sitz eines Paschas, verbunden mit entsprechenden Veränderungen der ethnischen Zusammensetzung der Stadtbevölkerung und ihren konfessionellen Zugehörigkeiten, aber auch der bauwerklichen Substanz bzw. des architektonischen Erscheinungsbildes der Stadt. Diente die Festung Temeswar vor ihrer Eroberung lange Zeit als Bollwerk gegen die Osmanen, tat sie ab den 1680er Jahren das Gleiche für die Osmanen im Kontext der habsburgischen Rückeroberungskriege. Während Belgrad bereits 1688 in österreichische Hände fiel, gelang die Eroberung Temeswars erst 1716, im dritten Türkenkrieg, unter Prinz Eugen von Savoyen. 1718 kam sie als Hauptstadt des neuen Kronlandes Banat direkt unter kaiserliche Herrschaft. Stadt und Festung wurden nach Plänen des Wiener Hofs neu aufgebaut, eine Wiederbesiedlung vorangetrieben. Mit der Zuwanderung von Deutschen und Ungarn, in kleineren Zahlen aber auch Tschechen und Slowaken aus der Habsburgermonarchie, von aus dem Osmanischen Reich geflohenen orthodoxen Christen, namentlich Serben, Rumänen und Bulgaren und von Spezialkräften, die aus ganz Europa angeworben wurden, entstand die dann für Temeswar so charakteristische multiethnische Bevölkerungsstruktur. Die größten ethnischen Gruppen bildeten, mit bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg laufenden proportionalen Veränderungen, Deutsche, Ungarn, Rumänen und Serben, die größten konfessionellen Gemeinden waren die der Römisch-Katholischen, Orthodoxen und Juden.

Die unmittelbare Hoheit der Habsburger über die Stadt endete zunächst 1778, als Maria Theresia auf Druck der ungarischen Magnaten die Rückgliederung des Banats in das Gebiet der Stephanskrone bestimmte. Mit diesem Wechsel und der damit verbundenen Herabstufung Temeswars zu einem ungarischen Komitatsvorort ging ein administrativer Bedeutungsverlust einher, der 1781 mit der Erhebung zur königlichen Freistadt durch Kaiser Joseph II. zwar nicht politisch, jedoch – aufgrund der damit gewährten Privilegien – immerhin in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung kompensiert wurde, die sich nun verstärkt entfalten konnte. Nach dem ungarischen Aufstand gegen die Habsburger 1848/49 und der erfolgreichen Belagerung der Stadt durch diese kam Temeswar als Hauptstadt des  Kronlandes "Serbische Woiwodschaft und das Temescher Banat" erneut unter die direkte Kontrolle Wiens. Dies jedoch nur für 11 Jahre, denn bereits 1860 konnte sich die ungarische Seite mit ihrer Forderung nach Rückgliederung in das eigene Staatsgebiet durchsetzen. Als eine Blütezeit der wirtschaftlichen, technischen und urbanen Entwicklung Temeswars, verbunden mit weiteren Zuwanderungswellen, gelten dann auch die sogenannten Gründerjahre nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich (1867); eine Phase, die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs anhalten und in der Temeswar in verschiedenen Bereichen eine Vorreiterrolle innerhalb der Doppelmonarchie und Südosteuropas einnehmen sollte. Für den gleichen Zeitraum ist kennzeichnend, dass der Durchdringungsgrad der aus Budapest dirigierten Magyarisierungspolitik in Temeswar ein geringerer war, als in anderen Regionen des Königreichs. Auch das weitgehend friedliche Miteinander innerhalb einer ethnisch und konfessionell sehr heterogenen Stadtbevölkerung, stellt – gerade angesichts der immer stärker werdenden Nationalismen in jener Zeit – eine Besonderheit dar. 

Während des Ersten Weltkriegs gab es von alliierter Seite sowohl Zusagen an Serbien, wie auch an Rumänien, das Banat dem jeweiligen Land als Ganzes zuzusprechen. Am 19.11.1918 wurde Temeswar von serbischen und nach deren Abzug am 3.8.1919 von rumänischen Truppen besetzt. Nach dem Vertrag von Trianon kam es 1919 schließlich zu einer Dreiteilung des Banats. Während nur ein schwindend kleiner Rest bei Ungarn verblieb, wurde etwa ein Drittel dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und der weitaus größere Teil mit Temeswar dem Königreich Rumänien angegliedert. Die Stadt verlor dadurch die traditionelle und etablierte Anbindung an westliche Strukturen, was sich – verbunden mit der Wirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre – vor allem sehr negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken sollte. In Gesellschaft, Kultur und Bildung ersetzte bald eine forcierte Rumänisierung die Magyarisierungspolitik des ungarischen Staates. 

Am 22.6.1941 trat Rumänien auf der Seite des Deutschen Reiches in den Zweiten Weltkrieg ein, beteiligte sich jedoch nicht nur militärisch am Vernichtungsfeldzug der Nationalsozialisten, sondern unter der Diktatur Antonescus auch unmittelbar an der Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung der Juden im eigenen Machtbereich. Die männlichen Temeswarer Juden mussten Zwangsarbeit leisten, 2833 Personen beiderlei Geschlechts wurden ab August 1942 deportiert. Nach dem Krieg wanderte ein Großteil der etwa 13.600 in Temeswar verbliebenen Juden nach Israel aus.

Die Deutschen, welche bis Ende des Ersten Weltkriegs die größte (um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert etwa 50% der Gesamtbevölkerung) und in den Bereichen Gesellschaft, Kultur und Politik einflussreichste Gruppe bildeten, machten in der Zwischenkriegszeit noch ungefähr ein Drittel der Einwohnerschaft aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie zwar nicht, wie aus anderen Gebieten in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, vertrieben, trotzdem sank ihre Zahl rapide als Folge der Kriegsereignisse, von Flucht und Deportationen in die Sowjetunion. Ab den 1970er Jahren und verstärkt nach Fall des Eisernen Vorhangs siedelte die große Mehrheit in die Bundesrepublik Deutschland aus. 

Eine Volkszählung im Jahr 2002 ergab für die ethnische Zusammensetzung der Temeswarer Einwohnerschaft die folgenden Anteile bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 317.660: Rumänen 85,52%, Ungarn 7,65%, Deutsche 2,25% und "Jugoslawen" 1,98%.

 

 

Gegenstand und Zweck der Maßnahmen

 

Das Digitale Forum Mittel- und Osteuropa e.V. beginnt am 1. November 2021 mit der Realisierung einer digitalen Sammlung zur Kulturhauptstadt Europas 2023 Temeswar und wird so an die erfolgreich durchgeführten Digitalis-Projekte (Kaschau 2013, Riga 2014, Pilsen 2015, Breslau 2016) bzw. die nach gleichem Muster konzipierten Sammlungen zu Brünn und Pressburg anknüpfen. Auch wie diese wird das Projekt "Sammlung Temeswar" von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

 

Im Mittelpunkt wird dabei die Digitalisierung, Volltexterkennung und Onlinestellung von 215.000 Seiten der Temesvarer Zeitung (erschienen 1852-1940, 1944-1949) stehen. Nach Jörg Riecke gilt das Periodikum "als politisch-wirtschaftlich bedeutendes Informationsblatt, das im Banat weite Verbreitung fand". Zunächst herausgegeben von der Wiener Regierung als offizielles Amtsblatt für das in Folge der Revolution von 1848/49 geschaffene Kronland Woiwodschaft Serbien und Temeser Banat ähnelte sie bis Ende 1860 strukturell der amtlichen Wiener Zeitung und vertrat auch politisch die Perspektive der Zentralmacht in Wien. Nach Auflösung des Kronlandes und der Eingliederung seines Territoriums in das Königreich Ungarn wurde die Temesvarer Zeitung 1861 privatisiert. Ihr erster Eigentümer wurde Carl Hirschfeld, der von 1857-1858 bereits in amtlicher Funktion mit der Leitung betraut war. 1864 verkaufte er sie an Martin Uhrmann, blieb aber noch bis 1866 Teil der Redaktion, als die Zeitung von Michael Niamessny übernommen wurde und jetzt von der politischen Richtung des ungarischen Ausgleichs und der Magyarisierung, verkörpert von der Partei Ferenc Deáks, bestimmt werden sollte. Bis 1868 hatte sie als Tageblatt eine Monopolstellung in Temeswar inne. Die nächste große Veränderung kam 1912 mit der Fusion von Temesvarer Zeitung und Neuer Temesvarer Zeitung und der redaktionellen Übernahme durch den Theaterkritiker Anton Lovas, in dessen Folge vor allem auch kulturelle Themen noch stärker in den Vordergrund traten. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung in Deutschland setzte sich die Temesvarer Zeitung für Gegner und Verfolgte des Regimes ein und wurde aufgrund ihrer nach wie vor mehrheitlich liberalen Gesinnung zwischen 1940 und 1944 verboten. Im selben Jahr konnte sie ihre Tätigkeit zwar wieder aufnehmen, jedoch nur bis zur Zentralisierung des rumänischen Pressewesens 1949.

Die Digitalisierung der prominentesten überregionalen deutschsprachigen Zeitung Temeswars wird durch die Komplettierung der jüdischen Wochenzeitung Neue Zeit (nachgewiesen 1922-1940) ergänzt werden (ca. 5.000 Seiten). Ihr in der Digitalen Bibliothek des DiFMOE bereits vorhandener Bestand (1923-1930) stammt aus dem BKM-geförderten IOS-Projekt "Jüdische deutschsprachige Periodika aus dem östlichen Europa. Digitalisierung und Dokumentation historischer Zeitungen, Volkskalender und bildlicher Darstellungen osteuropäischer Juden". Laut Beschreibung des IOS enthält "die Neue Zeit [.] Nachrichten aus dem In- und Ausland zur Gleichstellungsfrage, zum Leben jüdischer Gemeinden sowie essayistische Texte".

Erweitert werden wird die Sammlung Temeswar durch eine Auswahl an monografischen Werken, historischen Ansichtskarten und Fotografien, Landkarten und Stadtplänen sowie Theaterplakaten. Der fokussierte Zeitraum spannt sich dabei vom 17. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. In Einzelfällen können auch noch Objekte darüber hinaus mit einbezogen werden, sofern die Urheber- und Nutzungsrechtfragen geklärt sind. Bei den auszuwählenden Titeln wird es sich im Wesentlichen um solche handeln, die in Temeswar selbst gedruckt wurden. Die Recherche nach bereits erschlossenen und weiteren, weniger bekannten oder sogar unbekannten relevanten Quellen, ist Bestandteil des Projektes. Hierzu zählen auch solche Werke, die zwar außerhalb Temeswars produziert/publiziert, aber von Temeswarer Autorinnen und Autoren verfasst wurden und/oder Temeswar zum Gegenstand haben. Im Sinne der qualitativen Aufbereitung von digital zu Temeswar bereits vorhandenem Material sollen außerdem die zahlreich vorhandenen Werbeanzeigen aus einem Teil der Jahrgänge der jüdischen Wochenzeitschrift Neue Zeit extrahiert und als eigenständige Dokumente in die Sammlung Temeswar integriert werden. Auf diese Weise soll dem Nutzer ein Eindruck von der vielfältigen jüdischen Geschäftswelt in der Zwischenkriegszeit vermittelt werden, welche kurz darauf, als Folge von Shoa und Emigration, aufhörte zu existieren.

Es ist vorgesehen, je nach Komplexität der Objektbeschreibungen, eine Einzeldokumentenanzahl zwischen 1.200 und 1.400 zu erreichen. Wesentliches Ziel ist dabei, sowohl einem historisch interessierten Laienpublikum die multiethnische Geschichte der Kulturhauptstadt Temeswar näher zu bringen, als auch der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft wichtige und bis dato nicht über das Internet frei zugängliche Quellen zur Verfügung zu stellen.

 

Partner für die Ausleihe der Vorlagen für die Digitalisierung:

  • Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e.V. (München): Periodika, Bücher, Fotografien, Ansichtskarten, Theaterplakate.
  • Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (Tübingen): Bücher, Ansichtskarten, Landkarten und Stadtpläne.
  • Landesbibliothek des Burgenlands (Eisenstadt): Bücher.
  • Martin-Opitz-Bibliothek (Herne): Bücher.
  • Kultur- und Dokumentationszentrum der Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. (Ulm): Ansichtskarten.
  • Angefragt: Diözesanarchiv Temeswar: gegebenenfalls ein kleiner gemischter Bestand.

Die Auswahl des Materials erfolgt in Zusammenarbeit mit den Partnern. Publikumsinteresse (auch und vor allem auf Basis der eigenen abgeschlossenen Projekte) und wissenschaftliche Relevanz stehen handlungsleitend im Vordergrund. 

Insgesamt ist die Digitalisierung von 240.000 Seiten geplant. Die Temeswarer Sammlung soll in weiteren Projekten sinnvoll fortgesetzt bzw. ergänzt werden, wie es beispielsweise in der jüngsten Vergangenheit im Nachgang des Projektes "Jüdisch-Deutsche Bukowina 1918+" geschehen ist.

 

Im Rahmen des Projektes "Sammlung Temeswar" wird außerdem das ausstehende Upgrade des Kramerius-Frontends stattfinden. Hierbei wird es im Wesentlichen um eine Zusammenführung der in der Vergangenheit speziell für DiFMOE entwickelten Funktionen mit dem kürzlich erweiterten Funktionsumfang des Frontends der Tschechischen Digitalen Bibliothek (www.digitalniknihovna.cz) gehen. Gegenwärtig ist DiFMOE dort zwar schon als Institution unter http://www.digitalniknihovna.cz/d vertreten, jedoch noch nicht mit den bis dato ins "alte" Frontend integrierten Eigenentwicklungen. Mit der vollständigen Transition zum neuen Kramerius-Frontend (mit Adresse www.difmoe.eu, alte Links behalten damit ihre Gültigkeit) wird die Digitale Bibliothek folgende Upgrades erhalten:

  • Eingabemöglichkeit von Geokoordinaten für eine Dokumentensuche per Karte.
  • Anzeigemöglichkeit aller Seiten einer Zeitungsausgabe nach der OCR-Suche (vor allem relevant bei seitenübergreifenden Artikeln; bisher werden nur die Trefferseiten angezeigt und nur diese können aus der Vorschau direkt aufgerufen werden).
  • Sind mehrere Zeitungsausgaben eines Titels an einem Tag erschienen (beispielsweise Morgenblatt und Abendblatt) werden diese in der Kalenderansicht angezeigt.
  • Zitation per Mausklick (Im Fall einer Zeitung: Titel, Ort, Datum, Jahrgang, Seite, Link).
  • Verbesserte Unterstützung von Mobilgeräten.
  • Verbesserte Seitenselektion für die Erstellung von PDFs.
  • Verbesserte Suche und Sortierung.

 

Arbeitspakete

 

PROJEKTLEITUNG & PROJEKTASSISTENZ:

 

Die Projektleitung umfasst folgende Tätigkeitsschwerpunkte: 

  • Projektfeinkonzeption. 
  • Organisation und Koordination der Kommunikation zwischen den Projektpartnern. 
  • Koordination der Projektabläufe zwischen den Partnern. 
  • Dokumentenrecherche und Dokumentenselektion in Zusammenarbeit mit den Partnern.
  • Upload der nichtperiodischen Dokumente in die Digitale Bibliothek via DiFMOE-Editor.
  • Erstellung und Implementierung der beschreibenden Metadaten (inkl. Bestandsangaben bei den Periodika) via DiFMOE-Editor in Zusammenarbeit mit der Martin-Opitz-Bibliothek.
  • DiFMOE-seitige Koordination des Frontend-Upgrades: Prüfung der bereits existenten DiFMOE-spezifischen Nutzerfunktionen im Kontext des erweiterten Funktionsspektrums des neuen Kramerius-Frontends. Inputs für Anpassungen und Optimierungen, auch für den DiFMOE-Editor. Kommunikation mit dem Kramerius-Entwicklerteam.
  • Erstellung der redaktionellen Inhalte (Projektbeschreibung) für die Sammlung Temeswar auf der DiFMOE-Projektwebseite. 
  • Dissemination der Projektergebnisse (H-Soz-Kult/Clio, Copernico, Partnerwebseiten, soziale Medien)
  • Allgemeine Recherchen (z. B. Lebensdaten von Autoren; biografische und werkspezifische Bezüge zu Temeswar) und weitere Assistenztätigkeiten, darunter:
  • Visuelle Kontrolle und Korrekturen der online gestellten Periodika bis auf Ausgabenebene (Datum/Nummer).

Die gelisteten Aktivitäten werden vom DiFMOE-Konsortialpartner "KOMIOS – Institut für Kooperation in Mittel- und Osteuropa" (KOMIOS s.r.o./KOMIOS projects s.r.o., Bratislava) übernommen. KOMIOS ist Mitinitiator des Digitalen Forums Mittel- und Osteuropa und seit Beginn an dessen Konzeption und Weiterentwicklung (inkl. angepasste Metadatenstandards in Zusammenarbeit mit der Martin-Opitz-Bibliothek, unikaler Metadateneditor und angepasstes Kramerius-Frontend der Digitalen Bibliothek in Zusammenarbeit mit dem Kramerius-Entwicklerteam) sowie an der Konzeption, Koordination, Umsetzung und Öffentlichkeitsarbeit der Teilprojekte maßgeblich beteiligt. KOMIOS ist mit allen DiFMOE-internen und zwischeninstitutionellen Arbeitsprozessen vertraut und damit integraler Bestandteil des DiFMOE-Workflows.

KOMIOS zeichnete bereits für die Organisation der internationalen und impulsgebenden Tagung "Digitale Quellensammlungen" im Jahr 2009 in der Universitätsbibliothek Bratislava verantwortlich. Außerdem wurde das deutsche Projektpartnernetzwerk des Digitalen Forums von KOMIOS zum Teil und das außerdeutsche zum Großteil aufgebaut und ständig erweitert. Gleiches gilt für die Projektpartnerschaften im Kontext des Projektes Sammlung Temeswar.

 

DIGITALISIERUNG, DATENVERARBEITUNG, DIGITALE BIBLIOTHEK:

 

Die Digitalisierung und Datenverarbeitung erfolgt über den DiFMOE-Konsortialpartner und technischen Koordinator des DiFMOE e.V., Pixelprint GmbH / München und umfasst folgende Arbeitsschritte:

  • Versicherung der ausgeliehenen Bestände für Transport und Lagerung.
  • Digitalisierung von 20.000 Seiten: Bücher, Plakate, Ansichtskarten, Landkarten, Fotografien.
  • Digitalisierung von 220.000 Zeitungs- und Zeitschriftenseiten vom Mikrofilm.
  • Seitenordnung (Doppelseiten trennen, doppelt verfilmte Seiten löschen, Seitenordnung anpassen).
  • Bildbearbeitung (deskew, Seiten beschneiden, Kontrastverbesserung für optimale OCR).
  • Erfassung von Strukturdaten sowie Kontrolle/Korrektur der automatisiert erfassten Metadaten. 
  • Volltexterkennung der Zeitungen / Zeitschriften mittels Optical Character Recognition (OCR): 220.000 Seiten.
  • Import (Kramerius) und Hosting (ftp-upload, Indexierung, Online-Publikation).
  • Halbautomatisierte Qualitätskontrolle und Korrekturen.
  • Datensicherung / Webhosting / Sicherung der Nachhaltigkeit auf www.difmoe.eu. / Upload / Traffic und Server-Miete des im Projekt geplanten Datenvolumens. 
  • Admin-Support während der Projektlaufdauer. 

Pixelprint ist Mitinitiator des DiFMOE und maßgeblich an der Einführung und Integration des Datenbanksystems Kramerius (open-source) beteiligt. Pixelprint leitet die kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der Funktionalitäten der Digitalen Bibliothek des DiFMOE und ist Ansprechpartner der Martin-Opitz-Bibliothek für den Export von Digitalisaten und Strukturdaten aus dem Kramerius-System. Im zuletzt geförderten Projekt "Bestand & Vernetzung" entwickelte Pixelprint zusammen mit dem Kramerius-Team das Export-Tool, um Daten mit Dritten (MOB) zu teilen.

Gefördert von: